Irrsinnig Menschlich e. V.

Prävention an Schulen

Psychische Erkrankungen beginnen oft im Jugendalter. Umso wichtiger sind deshalb wirkungsvolle Prävention und Gesundheitsförderung. Die Schule ist dafür ein idealer Ort.

„Verrückt? Na und!“

Seelisch fit in der Schule

Psychische Erkrankungen beginnen oft im Jugendalter. Umso wichtiger sind deshalb wirkungsvolle Prävention und Gesundheitsförderung. Die Schule ist dafür ein idealer Ort.

„Verrückt? Na und!“ besteht im Kern aus Schultagen zur seelischen Gesundheit und macht psychische Krise in der Schule klassenweise besprechbar. Das bedeutet, Ängste und Vorurteile abzubauen, Zuversicht und Lösungswege zu vermitteln und Wohlbefinden in der Klasse zu fördern, damit alle gut die Schule schaffen. Das Präventionsprogramm von Irrsinnig Menschlich e.V. in Zusammenarbeit mit BARMER und gesundheitsziele.de. eignet sich für Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren. 2017 wurden an über 80 Standorten in Deutschland 848 Schultage durchgeführt.

Was ist UnArt?

Die „geile Truppe von Leuten“ sind die Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Essen sowie die Künstlerinnen und Künstler, die gemeinsam mit den UNaRT-Teilnehmenden arbeiten.

Bei UNaRT wird mit vielen unterschiedlichen Materialien gestaltet: mit großformatigem Papier, Farben, Ton, Gips, Holz, Stoffen, Schminke, Fundstücken und vielem mehr. Im Mittelpunkt steht das kreative Ausprobieren und der persönliche Ausdruck.

Das Projekt bietet verschiedene Gruppen an. Dazu gehören Gruppen für Erwachsene, zum Beispiel ehemalige Teilnehmende der stationären UNaRT-Gruppen in Heidhausen und Velbert-Niederberg. Außerdem können Erwachsene mit Psychiatrie-Erfahrung und künstlerischem Interesse teilnehmen. Für Kinder gibt es eigene Ambulanzgruppen.

Die Gruppen bestehen in der Regel aus 4 bis 8 Personen. Die Teilnahme kostet 10 Euro pro Abend und ist für mindestens ein Semester vorgesehen.

Das Projekt wird intern durch Prof. Dr. Heinz begleitet. Er ist Philosoph und Psychoanalytiker und verfügt seit 1984 über Projekterfahrung in verschiedenen Kliniken.

UNaRT arbeitet unter anderem mit der Rheinischen Landes- und Hochschulklinik Essen sowie dem Klinikum Niederberg in Velbert zusammen. Darüber hinaus bestehen enge Kooperationen mit verschiedenen Institutionen, zum Beispiel mit dem Kulturamt der Stadt Essen, dem Verein Eucrea e. V. und dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband e. V.

Die Arbeiten aus dem Projekt werden regelmäßig öffentlich gezeigt. Dazu gehören Kataloge, Vorträge, Ausstellungen von UNaRT-Bildern, Objekten und Videos sowie Aktionen der UNaRT-Gruppe im öffentlichen Raum.

Zusätzlich bietet UNaRT Workshops für Firmen und Arbeitsgruppen an.

Jüngere Menschen mit psychischen Erkrankungen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. In unseren Einrichtungen finden personale Begegnungen in Wertschätzung, Vertrauen und Sicherheit statt.

Wir bieten eine gesundheitsfördernde Atmosphäre für Körper, Geist und Seele und schaffen ein Zuhause in Geborgenheit. Unser Umgang ist empathisch, respektvoll und tolerant mit den Betreuten und deren Angehörigen. Die partnerschaftliche Beteiligung der Angehörigen ist dabei obligat.

Wir vermitteln den Betreuten und deren Angehörigen möglichst umfassend Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Bewältigung der Erkrankung notwendig sind.

In Zusammenarbeit mit den jungen Menschen veranlassen und erstellen wir individuelle Behandlungs-, Betreuungs- und Hilfepläne.

Wir initiieren, fördern und erhalten ein in allen Bereichen selbstbestimmtes Leben!

Unsere Mitarbeiter/innen tragen durch fachliche Kompetenz und hohes persönliches Engagement zum Gesamterfolg unseres Auftrages maßgeblich bei.

  • Durch gegenseitige Wertschätzung, Kooperation und Konfliktlösungsbereitschaft, aber auch durch Aus-, Fort- und Weiterbildungen erbringen wir Leistungen in hoher Qualität.
  • Die Teams arbeiten multiprofessionell und multikulturell.
  • Wir pflegen einen kooperativen Führungsstil in allen Bereichen unserer Stiftung, unser Umgang mit Konflikten ist dabei konstruktiv, lösungs- und entwicklungsorientiert.
  • Wir fördern eine positive Grundeinstellung zu psychisch kranken jungen Menschen in unserer (un-)mittelbaren Umgebung.
  • Wir sind mit allen für den genannten Personenkreis bedeutenden Kooperationspartnern vernetzt.
  • Intern und extern überprüfen, evaluieren und verbessern wir die Qualität unserer Arbeit.

Aufklärung, Austausch und Mut

Die Prof. Dr. Eggers-Stiftung nimmt seit 2015 an dem Programm teil. Unsere Mitarbeiterin Stefanie Schulz besucht im Rahmen von ‚Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule‘ Regelschulen in Essen. Das Programm sieht vor, dass Tandems aus fachlichen Experten (Psychotherapeut, Sozialarbeiter o. ä.) und persönlichen Experten (Betroffener einer psychischen Erkrankung) klassenweise einladen zum Austausch über die großen und kleinen Fragen zur seelischen Gesundheit.  Das  geschieht spielerisch und anfänglich werden die Rollen im Tandem undefiniert gelassen.

Ein Schultag gliedert sich in drei Teile. „Der erste Teil beinhaltet meine Aufgabe“, erklärt Stefanie Schulz, psychologische Psychotherapeutin im Haus Trialog. „Ich erarbeite gemeinsam mit den Schülern Themen der Prävention psychischer Erkrankungen. Wie gehe ich mit Stress um? Was hilft bei Prüfungsdruck? Welche Auswirkung hat Mobbing für den Betroffenen? Das sind Fragen, die wir besprechen.“

Stigma abbauen, Zuversicht fördern

Im zweiten Teil arbeiten die Schüler in kleinen Gruppen zusammen. Inhaltlich geht es um die Themen Glück und Krisen und sich zu helfen wissen. Im dritten Teil werden die Rollen offen gelegt und die Schüler erhalten die Gelegenheit, den persönlichen Experten zu fragen und authentisch zu erfahren, wie sich eine Depression oder Psychose anfühlt und was hilft, um da wieder heraus zu kommen. „Ich moderiere in diesem Kontext und lege gleichsam Möglichkeiten zur Behandlung und Unterstützung offen“, erläutert Stefanie Schulz.

Damit greift „Verrückt? Na und!“ ein hochrelevantes Thema auf, das in Schule, Ausbildung und Beruf kaum Platz hat, Familien oft überfordert, persönliches Leid und immense gesellschaftliche Kosten verursacht. Der Schultag setzt an der Schlüsselstelle und dem Haupthindernis zur Verbesserung der psychischen Gesundheit an: der Beseitigung des Stigmas, was auf psychischen Erkrankungen lastet. Die Kombination aus Information, Aufklärung und Kontakt mit Mitgliedern der stigmatisierten Gruppe erweist sich dabei als vielversprechendste Anti-Stigma-Strategie.

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Ihr Ansprechpartner ist: Frank Kremer